Die Mille Miglia

Die Mille Miglia gilt als eines der traditionsreichsten Autorennen der Automobil-Geschichte. „Mille Miglia“ stammt aus dem italienischen und bedeutet in etwa „Tausend Meilen“. Das besondere an der Mille Miglia: Die Strecke führte über öffentliche Straßen. Das Rennen begann in Brescia und führte in die Hauptstadt Rom, der als Wendepunkt diente. 1927 ertönte das erste Startsignal der legendären Ausdauerfahrt. Diese Rennreihe brachte viele Stars des Motorsports hervor, wie z. B. Clemente Biondetti. Doch ein tragischer Moment sorgte für das Ende des Klassikers.

Die Anfänge der Mille Miglia waren von Ehrgeiz und Konkurrenz geprägt. Im 1921 fand auf einer Rennstrecke bei Brescia der Erste Großen Preis von Italien statt. Organisiert wurde es vom Automobil Klub Brescia. Diese erste Veranstaltung wurde großer Erfolg. Daraufhin beschlossen die Bosse des Automobilklubs von Mailand, die eine Nase für gute Geschäfte hatten, eine eigene Renstrecke zu bauen. 1922 fand der Große Preis dann im Autodromo di Monza statt.

Um die eigene Ehre wiederherzustellen, beschloss man im Jahre 1926 ein Rennen zu organisieren, und zwar von Brescia bis nach Rom und wieder zurück. Der markierte Weg sah von oben aus wie eine riesige achtförmige Rennstrecke. Die Strecke war 1500 km oder ca. tausend römische Meilen lang. Die Mille Miglia war geboren.

Am 26. März 1927 war der Anfang zur ersten Auflage der Mille Miglia. 77 Autos verließen im Minutentakt den Startpunkt. Viele Besucher drängten sich entlang der Strecke. Nach etwas mehr als 21 Stunden nach dem Startschuss war das erste Duo, nämlich Minoia-Morandi, über die Ziellinie gefahren.

Von Anfang an dominierte Alfa Romeo die Mille Miglia. Nur ein einziges Mal, im Jahre 1931, konnte sich ein Mercedes Benz durchsetzen. Störfälle und Unfälle waren zu der Zeit sehr häufig. Im Jahr 1938 hatte man einen Tiefpunkt erreicht. Denn der erste schwere Unfall in Bologna 10 Zuschauer, darunter 7 Kinder, das Leben. Der Protest der Öffentlichkeit führte zur Absage der Rennen im folgenden Jahr. Im Jahr 1940 wurde die Ersatzveranstaltung „Gran Premio di Brescia“, mit ca. 169 km, eingeführt. Der Sieg ging an BMW.

Während des Zweiten Weltkriegs unterbrach man die Mille Miglia. 1947 startete der Klassiker wieder. Es sollte Alfa Romeos letzter Sieg bei dieser Rennreihe sein. Die Ankunft der Autos aus Modena sorgte für Aufregung. Die Ferraris waren speziell für die Mille Miglia ausgerichtet. Von 1948 bis 1953 gewann Ferrari die Rennen.
1954 brachte der Rennfahrer Alberto Ascari mit seinem Lancia ein Ende an der Dominanz der roten Flitzer. Im folgenden Jahr dominierte der Brite Stirling Moss mit einem Mercedes die Szene. Zwar gab es 1956 und 1957 erneut Siege für Ferrari. Doch ein tragischer Unfall, der 9 Zuschauern das Leben kostete, besiegelte das Ende der Mille Miglia. Ein Versuch die Mille Miglia als Rallye durchzuführen scheiterte.

Der Name Mille Miglia wurde 1977 wieder eingeführt für die Neuauflage des Rennens. Heute werden historische Mille Miglia durchgeführt. Jeweils im Mai – in diesem Jahr vom 17. bis 20. Mai 2012 – findet als „Mille Miglia Storica“ eine jährliche Neuauflage mit historischen Fahrzeugen statt, die in ähnlicher Form damals teilgenommen hatten. Hierbei spielt die Geschwindigkeit eine untergeordnete Rolle – vielmehr sind es Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit die zählen. Es ist eine Nostalgietour in alten Karosserien.

Am Start ist immer auch viel Prominenz. Jochen Mass und Horst Lichter fahren mit. Ebenso Daimler-Vorstand Dieter Zetsche und Rennsport-Legende Stirling Moss , dessen Bestzeit von 1955 heute immer noch die Messlatte für die 1000 Meilen ist: Zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden.

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