24-Stunden-Rennen von Le Mans

Als bereits im Sommer 1906 der weltweit erste Grand Prix in Le Mans ausgetragen wurde war dies die Grundsteinlegung zur Legende der 24-Stunden von Le Mans. Es sollte aber bis 1923 dauern, bis das erste 24-Stunden-Rennen hier ausgetragen wurde.

24 Stunden von Le MansDieses Rennen wurde berühmt durch eine Vielfalt an spektakulären Ereignissen, spannenden Rennen in verschiedenen Klassen, zeitgleich ausgetragen, durch die unzähligen Rennsportidole aus anderen Rennserien, die hier ihr Können auf die Probe stellten und nicht zuletzt durch den Spielfilm „Le Mans“ von Steve McQueen und zahlreiche Spielfilme die in Szenen Le Mans in ihre Handlung eingebunden haben.

Auch die moderne mediale Welt kommt an den 24-Stunden nicht vorbei. So findet sich die Strecke in vielen Computerspielen wieder und mit „WEC Le Mans 24“ gibt es sogar ein Spiel, das ausschließlich dieses Rennen zum Thema hat.

Auch der Comic um Michel Vaillant und die spätere Real-Verfilmung dieses Comic haben die 24-Stunden von Le Mans zum Hauptthema und damit zur Legendenbildung beigetragen.

Der 11. Juni 1955

1955 gelangte das für gewöhnlich am zweiten Wochenende im Juni ausgetragene Rennen zu trauriger Berühmtheit.
Der Jaguar Pilot Mike Hawthorn, der das Rennen später gewinnen sollte, überholte einen langsameren Fahrer, bremste nach dem Überholmanöver stark ab um in die Boxengasse einfahren zu können. Der überholte Lance Macklin musste ob des unerwarteten Manövers ausweichen. Pierre Levegh in seinem Mercedes-Benz 300 SLR hatte keine Chance und raste mit hoher Geschwindigkeit in Macklins Wagen. Levegh und 83 Zuschauer verloren bei diesem Horrorcrash ihr Leben.

Teilweise hält sich das Gerücht, dieser Unfall sei der Grund für Mercedes gewesen, sich aus dem Rennsport zurück zu ziehen. Diese Entscheidung war schon Monate zuvor gefällt worden. Allerdings nahm Mercedes bei diesem Rennen die verbliebenen Wagen noch in der Nacht aus dem Wettbewerb.

Besonderheiten der 24-Stunden von Le Mans

Der 13,88 km lange Kurs bindet teilweise sonst öffentlichen Straßen ein und verfügt über die längste Gerade im Rennsport mit knapp 5 Kilometern Länge. 1990 wurde diese Gerade durch zwei Schikanen entschärft, was durch die immer schneller werdenden Rennwagen aus Sicherheitsgründen notwendig geworden war. Der Tod des Österreichers Jo Gartner am 01. Juni 1986 gilt als Auslöser für diese Maßnahmen.
Heute werden auf der Geraden noch immer 340 Km/h erreicht. Vor dem Einbau der Schikanen erreichten einzelne Fahrzeuge Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h.
Seit 1965 verfügt das Mekka des Rennsports auch über einen ständigen Rundkurs, den „Circuit Bugatti“.

Außergewöhnlich war bis 1969 der Le-Mans-Start. Dabei mussten alle Fahrer an einer Linie antreten und nach dem Startschuss zu ihren Fahrzeugen sprinten, den Motor starten und dann losfahren. Dieses Prozedere kam durch die Einführung von Sicherheitsgurten in eine heftig geführte Diskussion. Ab 1970 wurde erstmals der Start aus dem Stand und ab 1971 der fliegende Start nach einer Einführungsrunde praktiziert.

Aufgrund der großen Beliebtheit der 24-Stunden von Le Mans entwickelten sich aus dem Konzept verschiedene Rennserien. So werden heute acht Rennserien ausgetragen, die diesen Namen tragen. Darunter die American Le Mans Series, die European Le Mans Series und die Asian Le Mans Series.

Sieger und Rekorde

Der erfolgreichste Fahrer in Le Mans ist mit acht Siegen Tom Kristensen, gefolgt von Jacky Ickx mit sechs Titeln sowie Derek Bell, Frank Biela und Emanuele Pirro mit jeweils fünf errungenen Siegen.
Die schnellste Qualifikationsrunde erzielte Hans-Joachim Stuck auf seinem Porsche mit einer einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 251,8 km/h im Jahr 1985.
2010 fuhr das Audi-Team mit einem Audi R15 TDI Plus in 24 Stunden eine Gesamtrenndistanz von über 5410 Kilometern.

Foto: Richard_Laurence – istockphoto.com

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