Entwicklungsgeschichte des VW-Käfers

Vermutlich war es die New York Times, die am 3.Juli 1938 das kultige Automobil zum ersten Mal als „Käfer“ bezeichnete. Der Zusammenhang bestand mit der Metapher von „Tausenden und Abertausenden glänzenden kleinen Käfern, die bald die deutschen Autobahnen bevölkern werden“. Allerdings war der offizielle Name des VW-Käfers immer noch „KdF-Wagen“, da er eines der großen Projekte der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude“ war. In Großbritannien wurde der Käfer bald liebevoll „Beetle“ genannt, „Bug in den USA“ „Kever“ in den Niederlanden, „Coccinelle“ in französischsprachigen Ländern, „Escarabajo“ in Spanien…noch viele weitere Länder benannten das Auto nach dem Krabbeltier in ihren jeweiligen Sprachen.

Die Anfänge des Käfers gehen auf das Bestreben des Nationalsozialismus in Deutschland zurück, ein Auto zu vertreiben, das für den größten Teil der Bevölkerung bezahlbar war. Allerdings gab es die Idee dieses „Volkswagens“ an und für sich schon vor dieser Zeit. Maßgeblich an der Entwicklung des Käfers beteiligt war Ferdinand Porsche. Bereits im Jahr 1925 wurde der Käfer von Béla Barényi detailliert konzipiert, was von Porsche allerdings lange nicht anerkannt wurde. Durch ein Gerichtsurteil im Jahr 1953 allerdings konnte Barényi seine Urheberschaft und damit verbundene Rechte durchsetzen.

Bitte einsteigen © Thomas Reimer - Fotolia.comDa der Bau des im Mai 1938 gegründete Volkswagenwerk bei Fallersleben vor dem Zweiten Weltkrieg noch nicht abgeschlossen war, wurde der KdF-Wagen vor dem Krieg nicht mehr in Serie hergestellt. Das Volkswagenwerk diente nun ausschließlich der Produktion von Militärfahrzeugen und weiteren Rüstungsgütern. Im Sommer 1945 aber begann die Produktion des Autos, das ab diesem Zeitpunkt als Volkswagen bezeichnet wurde. Bereits am Ende desselben Jahres konnte die Produktion von 1785 Volkswägen verzeichnet werden, die an die Deutsche Post und die verschiedenen Besatzungsmächte geliefert wurden. Sofern ein Bezugsschein vorhanden war, war das Auto ab 1946 auch privat für 5000 Reichsmark käuflich.

Käfer © zimtzicke63 - Fotolia.comSchon bald herrschte eine unglaublich hohe Nachfrage nach dem Volkswagen, was zum Großteil dem Export in die USA und weitere Länder zugrunde liegt. In den USA, stand der Käfer für eine Gegenkultur zu den riesigen Luxusschlitten und war zudem sehr günstig. Weltweit war der Käfer das Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder schlechthin. Ab Beginn der 1970er sank der Absatz des Käfers allerdings, da er nun Konkurrenz durch einige modernere Kleinwagen bekommen hatte.

In Wolfsburg, wo der Käfer als Erstes produziert worden war, wurde der letzte Käfer 1974 hergestellt, da nun der Nachfolger VW-Golf produziert wurde. Bis 1978 allerdings wurde er weiter vom Werk Emden gefertigt. Bis 1985 wurde der Typ 1, wie der Käfer auch genannt wurde, noch von VW angeboten, produziert allerdings nur noch in Brasilien und Mexiko. 1980 wurde das letzte Cabrio bei Karmann in Osnabrück gebaut und im Juli 2003 endete weltweit die Herstellung des Käfers in Mexiko.
21529464 Käfer, also über 21,5 Millionen Stück wurden produziert, wovon fast 15,8 Millionen in Deutschland gebaut wurden.

Fotos: © Thomas Reimer (1), © zimtzicke63 (2) – Fotolia.com

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