Der VW-Bus „Bulli“

Die Idee entstand im Jahr 1947. An einem Tag im April besuchte der Niederländische Importeur Ben Pon das Volkswagen Werk. Dort sieht er ein merkwürdiges Fahrzeug, dass die Arbeiter bei VW selbst zusammengebastelt haben, um damit schwere Bauteile innerhalb des Werksgeländes transportieren zu können. Ben Pon macht in seinem Notizbuch ein paar Anmerkungen dazu. Nur wenige Tage später entwickelt er aus dieser Grundidee ein zu dieser zeit neuartiges Fahrzeugkonzept. Ein Frontlenker mit Kastenaufbau und Heckmotor. Die Idee zum Bulli ist geboren.

Eine ganz neue Fahrzeuggattung

Ben Pon ist fasziniert von dem Gedanken hier eine Fahrzeuggattung entdeckt zu haben, die Deutschland zu Beginn des Wirtschaftswunders einfach brauchte. Ein preiswertes Arbeitstier für Handwerker, Händler, und Betriebe des Mittelstandes. Durch Hartnäckigkeit schaffte es Ben Pon den damaligen VW-Chef Heinrich Nordhoff von dieser Idee zu überzeugen. Nordhoff lässt sich auf das Wagnis ein und beauftragt seine Konstrukteure mit dem Entwurf. Nur kurze Zeit später stand der erste Prototyp auf dem Hof.

VW Bus BulliDas Fahrzeug hat eine rundliche Karosserie und damit werksintern sofort seinen Spitznamen „Bulli“ weg. 1950 beginnt die Serienproduktion.
Der Bus hat eine selbsttragende Karosserie und den Motor und die Achsen vom VW-Käfer. Mit einem Hubraum von etwas über 1100 ccm und einer Leistung von knapp 25 PS, kann das Gefährt eine Nutzlast von 750 kg aufnehmen. Bis zu 8 Personen kann das Fahrzeug transportieren. Will man Lasten laden, kann man die hinteren Sitzbänke mit wenigen Handgriffen ausbauen.

1951 kommt dann der erste, ausschließlich für Personenbeförderung vorgesehene Bulli, der sogenannte „Samba Bus“ . Dieser hat eine zweifarbige Lackierung und zahlreiche Fenster, unter anderem auch im Dachlauf.
1952 erscheint eine Variante mit offener Ladefläche, der Pritschenwagen., der bis heute bei Handwerker beliebt ist. 1958 folgt diesem dann die Doppelkabine.

1954 kristallisiert sich dann heraus, dass der Auftragseingang und die vom Markt geforderte Menge an Fahrzeugen, im Wolfsburger Werk, nicht mehr zu schaffen ist. VW-Chef Nordhoff will ein neues Werk, dessen Grundstein er 1955 in Hannover legt. Das Werk Hannover baut bis heute ausschließlich Nutzfahrzeuge.

1962 läuft der 1.000.000ste T1 vom Band

VW BusAls die Zahl der produzierten T1 1,8 Mio erreicht hat, steht der Nachfolger, der T2, bereits in den Startlöchern. Der T2 hat jetzt eine einteilige Frontscheibe und größere Fensterflächen, durch die mehr Licht den Innenraum erhellen. Der Motor bringt jetzt eine Leistung von 47 PS und der Innenraum ist durch eine optimierte Aufteilung gewachsen. Außen ist der T2 ca. 20 cm länger als der T1.

1979 wird dann der T3 vorgestellt, der sich optisch erheblich von seinen Vorgängermodellen unterscheidet. Landläufig wird dieses Modell heute noch häufig als T2 bezeichnet, da erst hier eine echte Veränderung der Bauform seitens der Kunden wahrgenommen wurde. Der Wagen war eckiger, kantiger und noch mehr kastenförmig, als seine Ahnen.

Der T3 wird von einem luftgekühlten Boxermotor mit 1,6 Litern Hubraum angetrieben und ist damit leider etwas untermotorisiert. Selbst der etwas stärkere Antrieb mit fast 2,0 Litern Hubraum und 70 PS bringt das Fahrzeug auf max 127 km/h. Sein Vorgänger war 3 km/h schneller.
Erst als der T3 mit einem wassergekühlten Boxermotor ausgestattet wurde und auch einen Dieselantrieb erhielt, stellte sich auch der internationale Verkaufserfolg ein.

1983 erschien die Caravelle, ein vollkommen auf den Personentransport ausgelegtes Auto, mit dem Komfort eines normalen PKW

Bis heute ist der VW Bus ein Kultauto, dass auch gerne noch Bulli genannt wird. Obwohl die modernen Varianten, aktuell ist der T5 auf dem Markt, mit dem „Urbulli“ und dessen Grundgedanken ein preiswertes Transportauto für die Masse zu sein, nichts mehr gemein hat.
Der VW Bus ist heute eine Karosse für gutsituierte Familien geworden und für den Hersteller als Transporter nur noch ein Nebenprodukt.

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