Der Adenauer-Mercedes W186 / W189 Typ 300

Im Jahre 1951 präsentierte Mercedes-Benz den bis dahin größten und schnellsten Serienwagen deutscher Produktion – den Typ 300, intern als W186 bezeichnet. Diese extravagante Limousine leistete mit seinem 6-Zylinder-Motor und oben liegender Nockenwelle eindrucksvolle 115 PS. Dank einem Hubraum von knapp 3 Liter erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, was für damalige Verhältnisse mehr als beachtlich war.

Adenauer Mercedes W168 Typ 300Der 300er war zu seiner Zeit bei der deutschen Politprominenz – wie etwa bei Wirtschaftsminister Ludwig Erhard – ein gern genutztes Fahrzeug der Oberklasse. Seinen Spitznamen als Adenauer-Mercedes verdankt das Auto dem damaligen ersten Bundeskanzler der jungen Bundesrepublik – Konrad Adenauer. Der an das Bundeskanzleramt gelieferte 300er etablierte sich schnell als Adenauers Dienstwagen für alle staatlichen Anlässe. Wann immer Adenauer in der Öffentlichkeit auftrat, war er zuvor aus seinem 300er gestiegen. Von diesem Zusammenhang profitierte die Baureihe und nicht zuletzt Mercedes-Benz ungemein.
Neben einem manuellen 4-Gang-Getriebe bot das erste Modell eine elektrisch zuschaltbare Drehstabfederung zum Niveauausgleich der hinteren Räder. Der Einstiegspreis lag bei 19.900 DM. Darüber hinaus wurde auch eine Cabrio-Version namens D angeboten, die für bis zu sechs Insassen Platz bot.

Im März 1954 erschien die zweite Version, die intern als 300b betitelt wurde, mit Bremskraftverstärker, breiteren Bremsbacken und 10 PS mehr Leistung. Nur ein Jahr später erschien der 300c, der noch weiter gehende Veränderungen mit sich brachte. So war dieser besonders an der größeren Heckscheibe und den breiteren Reifen leicht vom 300b zu unterscheiden. Für einen Basispreis von 22.000 DM war fortan eine Eingelenk-Pendelachse verbaut. Gegen einen Aufpreis von 1500 DM war erstmals bei Mercedes-Benz ein Automatikgetriebe wählbar.

1957 erschien schließlich die vierte Version des 300er, die auf Grund tiefgreifender Neuentwicklungen eine neue interne Typenbezeichnung namens W189 erhielt. Da die Gemischbildung im Motor nun nicht länger mehr über zwei Vergaser, sondern durch eine Saugrohr-Einspritzung vollzogen wurde, stieg die Leistung auf beeindruckende 160 PS. Ab 1958 konnten Kunden dann das erste Mal bei einem Personenkraftwagen von Mercedes-Benz für 3500 DM eine Klimaanlage hinzuwählen. Neben vergrößerten Fensterflächen und elektrischen Fensterhebern bot die Stuttgarter Automobilschmiede für den 300er auf Wunsch auch eine Servolenkung an. Das Cabrio D war für einen Basispreis von 27.000 DM erhältlich und somit zur damaligen Zeit nur für einen Bruchteil der Bevölkerung finanzierbar, weshalb lediglich 116 Stück dieser Variante verkauft wurden.

Im Jahre 1962 wurde die Produktion des 300er schließlich eingestellt. Sein Nachfolger wurde der Mercedes-Benz 600, intern auch als W100 bezeichnet.

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