Die Rolls-Royce Firmengeschichte

Rolls-Royce Silver Cloud, Silver Shadow oder Silver Spirit – die englische Traditionsmarke ist auf Oldtimertreffen immer willkommen. Gut restaurierte Einzelstücke und Sammlerfahrzeuge belegen dabei noch heute eine bewegte und ereignisreiche Firmengeschichte. Sie begann um 1904 und geriet um das Jahr 2000 zwischen die Automobilhersteller VW und BMW.

Henry Royce: Die Vorgeschichte von Chrom, Holz und Luxus
Henry Royce war zunächst kein Automobilhersteller. Vor der Ära dieser bahnbrechenden Erfindung stellte seine Unternehmung jedoch sehr früh elektrisch angetriebene Anlagen und Dynamos her. Mit Jahrgang 1863 wuchs Royce in einer Zeit auf, in der tosende Dampfmaschinen von leisen Elektromotoren ersetzt wurden. Den ersten Kontakt zu Fahrzeugen hatte der Ingenieur um 1902, damals noch mit einem Quadricycle aus Frankreich. Zwei Jahre später existierte ein Prototyp seines Automobils namens Royce 10hp. Zeitzeugen haben damals belegt, dass Henry Royce zahlreiche Verbesserungsvorschläge für das Quadricycle in einem eigenen Modell umsetzen wollte.

Charles Rolls: Vom Autohändler zur britischen Nobelmarke
Während der pfiffige Ingenieur Henry Royce zunächst an einem eigenen Prototyp interessiert war, hatte der Autohändler Charles Rolls das passende unternehmerisches Know-how. Nach einem ersten Treffen von Rolls und Royce in Manchester im Jahr 1904 ging der Royce 10hp ohne feste Vereinbarungen sofort in Serie. Der Rolls-Royce 10hp und 20hp folgten, wobei Rolls den Vertrieb übernahm. Nur wenige Jahre später, als sich beide Gründer ebenfalls für Flugzeugmotoren begeisterten, starb Charles Rolls ausgerechnet bei einem Flugunfall. Sie haben zwischen 1904 und 1910 einen Meilenstein der Automobilgeschichte erschaffen – eine britische Nobelmarke. Nach dem Tod von Rolls endete die Produktion vorläufig.

Die Firmengeschichte nach Henry Royce
Henry Royce verstarb noch vor dem Zweiten Weltkrieg, konnte Rolls-Royce aber noch zu Lebzeiten als Fahrzeug von Königen und Regenten vermarkten. Nach dem Wraith erschien bis 1946 kein Modell. Überarbeitete Karosserien, Modellvarianten, starke V8 Motoren und legendäre Kühlerfiguren stärkten die Marke fortan ohne die Pioniere Royce und Rolls. Ab 1965 prägte vor allem der Silver Shadow das damalige Straßenbild nachhaltig. Zeitgleich vertrieb Bentley leicht modifizierte Modelle, bis Rüstungsverträge Rolls-Royce für mehrere Jahre in Bedrängnis brachten. Nach zahlreichen Verhandlungen, die bis 1997 andauerten, galt eine Übernahme durch BMW als sicher, bis Volkswagen überraschend den Zuschlag erhielt.

Neue Rolls-Royce Modelle seit der Firmierung 1998
Die klassischen Linkslenker Oldtimer der britischen Traditionsmarke sind inzwischen rar. VW und BMW haben hingegen die verbundenen Marken Bentley und Rolls-Royce nach weiteren Verhandlungen untereinander aufgeteilt. Beeindruckende Coupés, Limousinen und Cabrios sorgen seit einer Firmierung mit BMW im Jahr 1998 erneut für Aufsehen. Zu den jüngsten Vertretern der Traditionsmarke zählen unter anderem der Rolls-Royce Ghost sowie der Rolls-Royce Wraith.

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